Sonderveröffentlichung

Zwischenschritt zum Job

Mit Trainee und Volontariat in den Beruf

Samstag, 22.06.2019, 12:09 Uhr

Qualifizierung von Nachwuchskräften: Seminare oder Coachings sollten für Volontäre oder Trainees zum Ausbildungsprogramm gehören. Foto: dpa
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Stadt Münster
In manchen Berufen gehören sie zum gängigen Prozedere, in anderen Bereichen wiederum sind sie ein Pluspunkt im Lebenslauf bei der Bewerbung für den ersten Job: Trainee-Programme und Volontariate dienen dem Übergang zwischen Studium und Arbeitsleben.

Gerade für Absolventen, die noch nicht ganz genau wissen, in welchem Berufsfeld sie später arbeiten möchten, kann ein Ausbildungsprogramm ein wichtiger Zwischenschritt sein. „Bei fundierten Angeboten durchlaufen die Teilnehmer verschiedene Stationen. Sie können für sich herausfinden, in welchen Bereichen tatsächlich ihre Interessen und Stärken liegen“, erklärt Nils Hille, Geschäftsführer der Deutschen Akademie für Public Relations, die eine Zertifizierung für Trainee- und Volontariatsprogramme bei Unternehmen anbietet. Wer ein Volontariat oder eine Trainee-Stelle antreten möchte, sollte in der Regel mindestens einen Hochschulabschluss haben. „Fast alle Arbeitgeber erwarten ein abgeschlossenes Studium, wobei ein Teil einen Masterabschluss voraussetzt und für andere ein Bachelor-Zeugnis ausreicht“, erklärt Hille.

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»Das Trainee-Programm sollte dem Direkteinstieg ins Berufsleben finanziell in nichts nachstehen.«

Buchautor Stefan Rippler
  

Es gibt Kennzeichen, an denen Interessierte ein seriöses Angebot erkennen. Dazu zählen eine verbindliche Struktur und ein fester Ansprechpartner, der sich regelmäßig Zeit für den offenen Austausch mit dem Trainee sowie für Feedback nimmt, so Hille.

Ein weiteres Merkmal: die Bezahlung. Die Vergütung und Dauer sollten in einem sinnvollen Verhältnis zu Lerninhalten und Entwicklungszielen stehen. „Das Trainee-Programm sollte dem Direkteinstieg ins Berufsleben finanziell in nichts nachstehen“, sagt Stefan Rippler, Autor des Buchs „Trainee-Knigge“.

Das Gehalt hängt aber von verschiedenen Faktoren ab: Branche, Bundesland und Größe und Tarifvertrags des Unternehmens können zum Beispiel eine Rolle spielen. Außerdem können sich Studienabschluss und bisherige Praxiserfahrung auf die Vergütung auswirken.

Die Gefahr besteht, als Trainee oder Volontär als billige Arbeitskraft ausgenutzt zu werden. Es gebe immer noch einige Arbeitgeber, die Trainees und Volontäre nicht als solche anerkennen wollen, räumt Hille ein. Für die überwiegende Mehrheit stehe aber eine gute Qualifizierung im Vordergrund, so seine Einschätzung. Dementsprechend werde auch in die Ausbildung investiert, so Rippler. Trainees oder Volontäre kommen also zum Beispiel in den Genuss von Coachings, Seminaren, Mentoringprogrammen oder Auslandsaufenthalten.

Wer sichergehen will, während des Programms umfassend ausgebildet zu werden, sollte Hilles Rat zufolge nachfragen, wie Aufgaben und Ablauf des Programms geplant sind. Und wie verbindlich das für den Arbeitgeber ist. Vielleicht besteht die Möglichkeit, einen Tag Probe zu arbeiten – und so herauszufinden, wie die Stimmung ist und was ehemalige Trainees oder Volontäre berichten.

Und wie gut stehen die Chancen, nach der Ausbildung in der Firma zu bleiben? „Trainee-Programme zielen in der Regel darauf ab, einen Mitarbeiter so breitgefächert wie möglich auszubilden, um sie oder ihn auf eine Führungsrolle vorzubereiten. Eine Übernahme im Unternehmen ist in der Regel von Anfang an Ziel des Programms“, so Stefan Rippler.

Wer nicht im Unternehmen bleiben kann, hat meist trotzdem gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt, „da er im Lebenslauf die fundierte berufliche Basisstation und den bisherigen motivierten Aufstieg leicht deutlich machen kann“, so Hille. (dpa)

Umzug für die Lehrstelle

Anspruch auf Ausbildungsbeihilfe prüfen
Einige Ausbildungen können Azubis nicht überall absolvieren. Vielleicht ist der neue Betrieb zu weit vom Wohnort entfernt, um bei den Eltern wohnen zu bleiben. Neben dem Start in die Ausbildung müssen Azubis dann den neuen Alltag in der ersten eigenen Wohnung meistern.

„Auszubildende, die für ihre neue Lehrstelle umziehen, sollten prüfen, ob sie Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe haben“, rät Sabrina Schittel vom Azubi- Beratungsbüro Azuro in München. Mit der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) unterstützt die Bundesagentur für Arbeit Auszubildende, die in einer eigenen Wohnung leben. Wer bestimmte Voraussetzungen erfüllt, kann Zuschüsse für Miete, für Fahrten zur Arbeit oder nach Hause zur Familie bekommen.

Wichtig sei, sich aber schon vor der Ausbildung Gedanken zu machen, empfiehlt Schittel. Häufig sei das Leben in einer eigenen Wohnung teurer als sich Auszubildende das vorgestellt haben. „Gerade in Städten muss ich vorher genau gucken, ob ich mir das leisten kann“, sagt sie. Angehende Azubis sollten prüfen, ob es neben der BAB möglicherweise auch von anderer Seite finanzielle Hilfe gibt – oft würde der Betrieb etwa Unterstützung für die Fahrtkosten anbieten.

Ob jemand Anspruch auf BAB hat und wie hoch der Zuschuss voraussichtlich ausfällt, können Interessierte mit Hilfe des BAB-Rechners unter www.babrechner.arbeitsagentur.de ermitteln.

Zertifizierte Ausbildung

Die DZ HYP hat erstmals Deutschlands Gütesiegel für die betriebliche Ausbildung „Best place to learn“ erhalten. Die Zertifizierung basiert auf einer Befragung von aktuellen und ehemaligen Azubis sowie den Ausbildern. Die Teilnehmer der Umfrage würdigten insbesondere die praxisnahe und spezialisierte Ausbildung, deren Organisation sowie die gute Willkommenskultur, teilt das Kreditinstitut mit. Hervorgehoben worden sei zudem die wertschätzende Arbeitsatmosphäre in der Bank, heißt es weiter.

Die DZ HYP bildet am Standort Münster Bankkaufleute und Duale Studenten in Banking & Finance aus.

Berufswahl ohne Klischees

Infoportal klärt über Vorurteile auf
Informatiker sind menschenscheue Nerds, und in der Pflege kümmert man sich den ganzen Tag um alte Menschen? Die Berufswelt ist geprägt von Klischees. Die Initiative Klischee- frei, deren Schirmherrin Elke Büdenbender, die Frau des Bundespräsidenten, ist, hat deshalb auf ihrer Webseite ein Infoportal zur Berufswahl ohne Scheuklappen eingerichtet. Interessierte finden unter www.klischee-frei.de in der Rubrik „Infothek“ Praxisbeispiele, Schnupperstudiengänge oder Bildungsprogramme sowie Ratgeber und Checklisten.

In der Zeitschrift „abi>>“ der Bundesagentur für Arbeit werden zum Beispiel Klischees zu Berufen in der Informatik und Pflege aufgedeckt. Die Digitalisierung beeinflusst nämlich auch das Sozialwesen – und Altenpfleger können sich mit den Bereichen E-Health oder Telecare befassen. Dafür braucht es technisches Verständnis. Auf der anderen Seite müssen Informatiker nicht nur gut mit Computern, sondern auch mit Menschen umgehen können – etwa in Kundengesprächen, Schulungen oder bei der Arbeit in Projektteams. (dpa)

www.klischee-frei.de

Ratgeber informiert

Wer sich entschieden hat, was nach der Schule ansteht, muss an vieles denken. Soll es eine eigene Wohnung sein, wer finanziert das geplante Vorhaben? Welche Krankenversicherung ist die richtige? Der neue Ratgeber „Ausbildung und Studium“ der Verbraucherzentrale informiert zu diesen Themen: ob es um den Abschluss eines Mietvertrags geht, um den BAföG-Antrag oder die Auswahl der passenden Versicherungen. Tipps zur Finanzplanung und ein Ausblick, was nach Studium oder Ausbildung geregelt werden muss, runden das Buch ab.

https://www.ratgeber-verbraucherzentrale.de/geld-finanzen/ausbildung-und-studium
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